Karnevalsmuffel

Karneval überall. Na gut, hier im Norden nicht ganz so doll, und da bin ich nicht traurig drum. Heute schwappte aber wohl etwas Faschingswahnsinn rüber nach Hannover und der heutige Dienstag ging als Montag und ist als solcher voll in seiner Rolle aufgegangen. Kurz vor acht hätte ich schon wieder nach Hause gehen können, aber ein Highlight jagte das nächste, ein Büttenredner nach dem nächsten trat auf und ich war kurz davor mit Kamelle zu schmeissen. War dann aber doch nur der Antiagressionsball.

War. Das. Lustig. Nicht!

Konnte mich kaum lösen, die Staubwolke die ich beim verlassen der ausgelassenen Party hinterlassen habe war nur Teil meines Kostüms „Roadrunner, der immer Dynamit dabei hat“.

Ich bewerte das Kostüm des Dienstags mit einer glatten 6. Man muss auch wissen, wann es mal gut ist, lieber Dienstag.

Morgen ist dann sicherlich wieder alles normal.

#diehoffnungstirbtzuletzt

Positiv

Ganz ehrlich. Die meiste Zeit im Job bemühe ich mich um gute Laune und das berühmte positive Denken. Den Kollegen mit einem Lächeln begegnen, egal mit was für einem Mist ich aus dem Treffen rauskomme. Kommunikation und Interaktion mit den Kollegen ist mir wichtig. Und das ein Ergebnis dabei heraus kommt. Und wenn man dabei noch lachen kann, geht es doch viel besser. ok, manchmal ist das Lachen sicherlich auch dazu da, Spannungen zu lösen (oder Hysterie zu überspielen). Und das klappt dann auch meistens. Die direkten Kollegen ticken Gottseidank auch genauso. Und der Vorgesetzte auch. Er sieht, was wir leisten und die Ergebnisse. Daher haben wir sicherlich auch hin und wieder Narrenfreiheit. Was zählt, ist das Ergebnis.

Und doch gibt es dann manchmal auch dieses Loch. Das auf einmal vor einem auftaucht, wo man unvermittelt reinstürzt und wo das Glas noch nicht einmal zu einem Viertel gefüllt ist und alles über einen zusammenstürzt. Wenn man Dinge nicht beeinflussen kann und das Gefühl hat, frontal mit 200 km/h gegen die Mauer zu rasen. Wo das innere Schweigehorn bockig in der Ecke sitzt und den Gedankenfluss blockiert.

Aus dem Loch wieder herauszukommen kostet Kraft. Aber es geht. Irgendwie. Irgendwie geht es immer.

So, ich werfe jetzt dem Kollegen den Antiagressionsball an den Kopf, schmeiße 10 € in das Phrasenschwein (fast so gut gefüllt wie die Fluchsau), dann geht es sicher wieder.

Arbeitsleben

So, die zweite Arbeitswoche im Jahr 2016 ist überstanden. Ereignisreich, abwechslungsreich, energieverbrauchend, frustrierend aber auch erfolgreich. Ich fluche sehr oft im Büro. Verzweifle an Kollegen, deren Denkvermögen am Schreibtisch aufhört, die nie einen Fehler machen und denen die Konsequenzen durch ihr Tun auch egal ist. ich renne auch manchmal gegen Wände oder scheitere an den Anspruch, den ich an meine eigene Arbeit stelle.
Wenn sich der Frust dann mal entlädt, fragt sich der Empfänger (Wo auch immer.. Freundeskreis, Kollegen, Familie, Twitterfollower) vielleicht „Warum, wenn sie so gefrustet ist…. Warum sucht sie sich vielleicht nicht einen anderen Job?“.
Tja, das ist eigentlich ganz einfach. Ich mag meinen Job. Ich habe tolle Kollegen. Ich mag die Abwechslung, ich kann mitwirken bei neuen Prozessen, die meinen Job direkt beeinflussen und ich bekomme auch gutes Feedback. Von Kollegen und Vorgesetzten. Ich kann mich weiterentwickeln und lerne eigentlich immer wieder etwas neues. Ich lerne mich selbst kennen (gut, ich ärger mich auch oft genug über mich selbst.. ja ja) und sehe die Entwicklung, die ich mache. So lange das so ist, warum sollte ich dann wechseln? Geld und Stellung ist nicht alles. Und nach 19,5 Jahren wechselt man nicht einfach so, ich weiß um meinen Stellenwert in der Firma.
Sag niemals nie. Das ist mir auch klar. Aber derzeit ist es so. Würde ich mich nicht mehr ärgern und würde mir alles scheißegal sein, ich glaube das wäre viel schlimmer für mich, als die emotionalen Entladungen hin und wieder derzeit. Man verbringt viel Lebenszeit an seinem Arbeitsplatz und dann sollte es auch passen. Das Leben ist zu kurz um sich ins Büro zu quälen, oder sich zu langweilen. Jedenfalls sehe ich das so.

So, und nun ist Wochenende. Gleich geht es mit Kollegen und auch 2 Azubis zum Schnitzelessen. Das ist kein Pflichttermin. Es wird ein lustiger Abend und ich freue mich drauf!