Support

Was bedeutet Support? Meine Definition: Unterstützung und Hilfe wenn Bedarf ist. Das kann im beruflichen wie auch im privaten Bereich sein.
Beruflich gehört es unter anderem zu meinen Aufgaben und es macht mir auch Spaß. Gut, manchmal zweifelt man wirklich am gesunden Menschenverstand der Kollegen bei einigen Fragen, aber vielleicht liegt es ja an mir. Vielleicht fällt mir verqueres Denken im System manchmal etwas leichter und mein Kopf ist definitiv auch groß genug, so dass ich durch aus auch weiter als bis zur eigenen Schreibtischkante denke. Nun sind die Kollegen in Slowenien seit dem 1. Juni live und die Arbeit ist nicht weniger geworden. Nein, man könnte auch sagen es ist mehr, der Druck von allen Seiten wächst und irgendwie werde ich keinem mehr gerecht. Gefühlt zumindest. Das hat mich bis vor kurzem ziemlich zermürbt. Der hohe Anspruch an die eigene Arbeit und dann Kollegen mit null Verständnis und die nur die eigenen Probleme sehen und akzeptieren. Meistens wurde auch der eigene Kopf kaum angestrengt, sondern sich zurücklehnt und gefordert. Kam ich diesen Forderungen nicht nach, wurde nach kurzer Zeit gerne mal gezickt oder sich auch mal beim Chef über mich beschwert. Schönen Dank auch. Also das Frustlevel steigt immer höher.
Das einzig Gute: Ich weiß, dass ich gut in meinem Job bin. Ich kann mich behaupten, bekomme auch durch gute Kollegen und sogar Dienstleister Rückhalt. Und dank dieser Menschen gibt es auch immer viel zu lachen. Aber diese immer währenden Kämpfe an den Fronten im Büro kosten Kraft. Viel Kraft und Nerven. Meine Zündschnur ist sehr kurz, Toleranz gegenüber stumpfen Fragen nicht mehr vorhanden, mir passieren Fehler, die nicht passieren dürften. Die Projektarbeit gehört nun mehr seit 5,5 Jahren zu meinem Job. Ein Projekt abgeschlossen und gleich das nächste angestossen. Keine Zeit für Optimierung. Und gerade habe ich die Nase ziemlich voll. Von allem.
Nun gibt auch gerade die Ansage für uns, Überstunden zu reduzieren und Urlaub zu nehmen. Kostenreduzierende Massnahmen. Seitdem kann ich besser atmen. Ich weiß, ich kann nicht mehr alles schaffen, versuche es nicht mehr und kann trotzdem wieder einigermassen gut schlafen. Morgens wird geschaut welches Feuer aka Problem am größten ist, dann wird es gelöst und so weiter. Mein eigentlicher Job rückt auch wieder mehr in den Vordergrund. Den Kollegen wird das Denken nicht mehr abgenommen, sie bekommen Hinweise zu den Handbüchern, in denen oftmals die Lösung steht oder verweise auf die Schulungsunterlagen. Das schmeckt ihnen nicht, sie sind es nicht gewohnt von mir und lassen es mich auch gerne spüren. Aber es prallt ab an mir. Normalerweise bin ich schon ein Harmoniebär und versuche es allen recht zu machen. Aber dabei gehe ich und mein Anspruch meistens unter. Und das will ich nicht mehr. Ich werde dafür bezahlt, meinen Job gut zu machen. Dies konnte ich in der Vergangenheit gut bzw. sehr gut erfüllen. Und da will ich wieder hin.
Muss nur noch daran arbeiten, mich nicht mehr auf stufenbissige Auseinandersetzungen einzulassen. Ich werde dafür bezahlt meine Aufgaben zu erledigen, aber die Kollegen auch.

Ein Geschäftsführer sagte mir vor kurzem, ich sollte die User loslassen, sie müssten alleine laufen lernen. Ein natürlicher Abnablungsprozess… Gut, das wären nicht ganz meine Worte, aber ich bin gespannt und gerne bereit.. ansonsten wäre ich auch ein schlecher Support. So deute ich diese Aufgabe nämlich auch, das weitergeben von Wissen.

Ach ja, der Tag heute im Büro war übrigens ziemlich beschissen. Und der Kopf arbeitet immer noch daran, auch wenn ich seit 16 Uhr Zuhause bin. Aber da muss ich mich halt mal selber supporten. Ich kann halt doch nicht alles, auch wenn es die Kollegen manchmal anders sehen.

Und noch etwas: ich liebe meinen Job. Auch wenn das hier vielleicht etwas anders klingt. Aber es wird wieder ganz sicher. Außer dieser Harmoniebärin steckt nämlich noch eine unfassbare Optimistin tief in mir drin.😉

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